Ein neuer Rekord – eine einzigartige Leistung

19.08.2014

Ein neuer Rekord – eine einzigartige Leistung

Es ist Montag, der 18.08.2014 es ist geschafft. Steven Rau bewältigt eine Strecke von 285 Kilometern quer durch die Alpen von Ruhpolding nach Sexten. Hinzu kommen 13.800 Höhenmeter, keine größere Ausrüstung, keine Verpflegung, und keine Unterkünfte.

Seine eigenen Grenzen zu kennen, die eigene Wohlfühlzone zu verlassen, das Leben von und mit der Natur und das mentale Lernen und Verstehen sind die Beweggründe für Steven Rau, eine solche Tour zu unternehmen. Und was für eine Tour das war. Bereits bei der Ankunft hat es 4 Tage ununterbrochen geregnet und das sollte sich auch nicht ändern. Aufgeweichtes Gelände, gesperrte Pässe und kleine Pfützen werden zu unüberwindbaren Hindernissen. Bereits am ersten Tag ist Steven Rau immer wieder gezwungen diese Umstände zu umgehen, schwere Passagen zu überwinden und sich teils querfeldein einen Weg zu suchen. Das schwere Vorankommen verschiebt geplante Ankunftszeiten zum Teil um bis zu 7 Stunden. Teils versinkt ein ganzer Fuß in den Schlammkuhlen, welche der Regen in den Boden gegraben hat. Bereits in den frühen Abendstunden macht der Nebel zudem immer wieder die Sichtverhältnisse schwierig.

Auf der Tour ging es über Passagen wie die Königsetappe vom Transalpine Run. Auf der Strecke von Kitzbühl nach Neukirchen geht es nur bergauf – bergauf – bergauf. Bereits als einzelne Etappe stellt dies eine unglaubliche Belastung dar. Nach einer wahren Schlammschlacht beendet er diesen Abschnitt nach einem morgendlichen Start um 06.00 Uhr erst in der Nacht um 01:00 Uhr. Die Nächte sollen Möglichkeit geben sich zu erholen. Doch auch hier zeigt sich die Natur eher ungnädig und gibt mit 7 °C nicht wirklichen Anlass zum morgendlichen Verweilen am Schlafplatz. Das zerrt weiter an Körper und Nerven.

Mit 4 Tagen, 8 Stunden und 28 Minuten beendet Steven Rau ein bis dahin einzigartiges Projekt im Zielort Sexten!

Der mentale Faktor ist bei dieser gesamten Unternehmung besonders gefragt. Jeder noch so kleine Anstieg, der Regen, die Kälte und gesperrte Strecken zerren immer wieder an den letzten nervlichen Reserven. Stück für Stück muss sich teils jeder Meter erarbeitet werden und so stehen am letzten Tag noch genau 55 km auf dem Programm. Als hätte der Wettergott seine Wünsche beginnt der letzte Tag mit Sonne. Mit dem Ziel vor den Augen und der Aussicht endlich wieder etwas Schönes zu essen, im Bett schlafen zu können und Familie und Freunde wieder zu sehen, läuft sich solch eine Strecke nicht ganz von selbst aber macht vieles einfacher.

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