Mit dem Bike von den Victoria-Wasserfällen bis Kapstadt | #1

15.09.2014

Mit dem Bike von den Victoria-Wasserfällen bis Kapstadt | #1

Spätestens als der Zubringerflug von Kapstadt nach Livingstone in Sambia gute zehn Minuten in der Luft ist, weiß ich, was mich erwarten wird in den nächsten drei Wochen. Trockenheit, Wüste, oder eine von leichten Erhebungen unterbrochene Steppenlandschaft.

"Ab und an zieht sich eine Straße, manchmal nur eine Piste durch die Ebene, die bis zum Horizont reicht. Auf all das scheint unbarmherzig die Sonne. Hätte ich bisher noch keinen Respekt vor dieser Tour, würde ich ihn jetzt bekommen.

Livingstone, beziehungsweise die Camps am Ufer des Sambesi, sind dagegen eine sattgrüne Unterbrechung dieser faszinierenden Kargheit. Die Ufer sind dicht bewachsen, Bäume, Sträucher und Palmen säumen die die Landseite des Flusses, aber auch die riesigen Inseln in diesem eigenartig ruhigen Strom. Nur ein paarhundert Flussmeter weiter wird er mit einem gewaltigen Donnern nach unten stürzen.

Da der Rest der Gruppe erst einen Tag später eintreffen wird, steht schon einmal eine kleine Radtour an. Über eine gute Straße, bei der nur der Linksverkehr irritierend ist, komme ich zu einem kleinen Rastplatz am Fluss. Kleine Stromstellen und die Aussicht auf einen spektakulären Sonnenuntergang reizen vor allem Einheimische. Laute Musik dröhnt aus den Boden der Autos, in Wannen ruht eisgekühltes Bier und die Mädchen und jungend Frauen, die sich für die improvisierte Party schick gemacht haben, und nicht eben dezent geschminkt sind, tanzen im Rhythmus der Musik. Sofort werde ich auf ein Bier eingeladen, vielleicht EIN "Weltmeisterbonus" denn sie freuen sich unheimlich, dass ich aus „Good Old Germany“ bin.

Es wird dunkel. und ich muss zurück, denn die Radlichter liegen noch im Zelt. Also ein bisschen Gas geben. Doch dann blinken die Autos, die mir entgegenkommen, manche halten sogar an: „Be careful, Elephants!" Zunächst glaube ich noch an einen Scherz, doch dann schälen sie sich aus der Dunkelheit. Kolosse, die im Dunkeln noch riesiger wirken und nun die Straße queren. Doch es sind mehr als zwei. Eine ganze Herde von fünf, sechs Elefanten reißt im Dickicht Äste von den Bäumen, um das essbare Grün abzustreifen. Die ersten Elefanten in freier Wildbahn, völlig unerwartet am ersten Tag. Doch auch der nächste soll ein Highlight bieten – Meinen ersten Bungee-Sprung! Frei nach meinem neuen Motto: „Wenn schon, dann richtig“ geht es exakt 111 Meter in die Tiefe. Ich bin gespannt, ob ich es wage. Denn eigentlich, habe ich Höhenangst.

Bis zum nächsten Bericht, euer Gerhard von Kapff"

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