Unterwegs zu Ecuadors schönsten Gipfeln

09.07.2015

Unterwegs zu Ecuadors schönsten Gipfeln

Ecuador, der kleine Andenstaat in Südamerika, bietet ambitionierten Alpinisten vielfältige Möglichkeiten: hohe Vulkangipfel, sanfte Wanderungen und anspruchsvolle Klettereien. Meine Mitstreiter und mich lockte das Andenland vor allem mit seinen Vulkanen: mit dem Cayambe (5796 m), dem Cotopaxi (5897 m) und dem Chimborazo (6310 m) hatten wir uns die Top 3 von Ecuador vorgenommen.

Die ersten Tage in der Hauptstadt Quito nutzten wir zur Höhen-Akklimatisierung. Leichte Wanderungen auf die umliegenden Berge halfen, uns an die Höhenluft zu gewöhnen und uns auf die richtig hohen Gipfel vorzubereiten. Los ging es mit dem Cayambe, der ca. 60 Kilometer nordöstlich von Quito liegt. Als wir unsere Hütte am Fuß des Berges bezogen, versteckte er sich noch hinter dichten Wolken. Nach einer kurzen Ruhepause im Schlafsack begann endlich unsere erste richtige Hochtour.

Aufstieg um Mitternacht

Um Mitternacht starteten wir in Richtung Gipfel. Der Weg war anstrengend, aber die sternenklare Nacht motivierte uns durchzuhalten. Nach sieben Stunden Aufstieg war es geschafft, wir standen, erschöpft aber glücklich, auf der Spitze des Cayambe! Kurz darauf kam eine unangenehme Feuchtigkeit auf und legte sich über unsere Ausrüstung, die sofort gefror. Ein deutliches Zeichen, dass wir uns beeilen und auf den Rückweg machen mussten.

Schrecksekunde am Cotopaxi

Am Ausgangspunkt (diesmal etwa 50 Kilometer südlich von Quito) für den Aufstieg zum Cotopaxi angekommen, regnete es in Strömen. Doch als wir losgingen stoppte der Regen und es klarte auf. Über steile Flanken wagten wir uns vor bis zum Krater. Schließlich standen wir unter wolkenlosem Himmel auf einem der höchsten aktiven Vulkane der Erde. Die Rundumsicht war grandios. Nach unzähligen Gipfelfotos stiegen wir wieder ab. Plötzlich hörte ich hinter mir ein Rauschen und drehte mich um. Eine Dreierseilschaft rutschte an uns vorbei den Hang hinunter und kam erst am Auslauf zum Stehen. Vorsichtig lief ich zu ihnen hinunter. Zwar hatten die Kletterer ein paar Abschürfungen und leichte Rippenbrüche abbekommen, waren glücklicherweise aber ansprechbar. Als Ersthelfer versorgte ich sie und wir brachten sie zurück zum Parkplatz, wo schon der Rettungswagen auf sie wartete.

Stürmischer Abschluss

Als Höhepunkt der Reise stand der Chimborazo auf unserem Plan, der zwar inaktiv, aber dafür der höchste Berg Ecuadors ist. Ein unglaublich schöner Berg, der jedoch schwierig zu besteigen ist. Wir starteten bei idealem Wetter. Über Moränenrücken kamen wir zügig vorwärts. Angekommen am Ende des Felsturms machten wir Pause. Der Wind nahm zu und am Gipfel war eine Wolkenhaube zu sehen. Ein Zeichen, dass wir mit starken Höhenstürmen rechnen mussten. Ich beschloss, mit zwei erschöpften Mitstreitern ins Basislager zurückzugehen. Nach kurzem Ausruhen hörten wir über Funk, dass die anderen ebenfalls wegen des starken Sturms umdrehten. Als die drei unten bei uns ankamen, konnte man in ihren Gesichtern Freude, aber auch Anstrengung ablesen.

So gingen drei abenteuerliche Wochen in den Anden zu Ende. Wir nahmen viele schöne Erinnerungen an ein tolles Land mit freundlichen Menschen und faszinierenden Landschaften mit nach Hause.

Wolfgang Schupfer

Wolfgang Schupfer

„Sich ab und zu auf sich selbst zu besinnen bringt neue Kraft und innere Stärke.“

Als Bergführer für die Alpinschule Innsbruck (ASI) verbindet Wolfi das Schöne mit dem Nützlichen. Auf hochalpinen Wanderungen zeigt er seinen Gästen die reizvolle Bergwelt der Alpen. Seine Leidenschaft: die heimatlichen Berge der Hohen Tauern.

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