Milan in Grönland

On the wild side

Milan Marcus

Milan Marcus

  • Alter: 29
  • Wohnort: Köln
  • Beruf: Kommunikationstrainer
März 2016. Eine Expedition nach Grönland. Genauer gesagt: Ein Fotoshooting in Grönland, das sich anfühlte wie eine Expedition. Und ich war dabei!

#DieAnreise Willkommen in Tasiilaq

Ich bin Milan, und in meinem "normalen" Leben wohne ich in Köln und arbeite als Kommunikationstrainer. Gebloggt habe ich noch nie, geschweige denn mich selbst gefilmt. Trotzdem bekam ich durch einen Kumpel die Chance, bei einem echten Jack Wolfskin Fotoshooting in Grönland dabei zu sein. In Grönland? IN GRÖNLAND!!!

Wie bereitet man sich auf 9 Tage in Grönland vor? Was erwartet einen dort? Wie wird man mit den extremen Bedingungen dort fertig? Was wird das mit mir machen? Dass Grönland nördlich von allem liegt, was wir kennen, weiß jeder. Wie weit es außerhalb meiner Komfortzone liegen würde, wusste ich nicht. Seht es Euch an. Ich habe versucht, es so packend wie möglich zu beschreiben, auch wenn es letztlich unbeschreiblich war. Unvergesslich sowieso. #MakeYourLifeUnforgettable

14. März 2016. Berühmte Expeditionen starten immer mit einem Logbucheintrag. Ein bisschen so fühle ich mich heute auch, denn der große Tag ist gekommen: Wir fliegen endlich los, und zwar nicht irgendwohin, sondern in unendliche weiße Weiten. Auf nach Grönland!

Nicht überraschend ist, dass man aus Deutschland nicht direkt dorthin fliegen kann. Es geht also von Hamburg aus zunächst nach Reykjavik. Nach einer Nacht im Hotel bringt uns ein Taxi am nächsten morgen zum Inlandsflughafen, der ca. 50 km außerhalb der Stadt liegt. Auch schon ein Erlebnis: Dieser ganze Flughafen wirkt kaum größer als die Propellermaschine, mit der wir gleich fliegen werden - noch 1 Stunde und 40 Minuten, dann sind wir da.

"Schon der Anflug auf Grönland übertrifft alle Erwartungen. Diese endlosen Eisflächen, nur von Wasser und Fjorden durchbrochen, sind in ihrer Ursprünglichkeit einfach wunderschön."

Und ganz anders als alles, was man bisher im Zusammenhang mit Schnee und Bergen gesehen hat! In Kulusuk steigen wir um in den Hubschrauber, der uns an das wirkliche Ziel bringt -Tasiilaq. Hier leben nur knapp über 2.000 Einwohner, und doch gehört es damit schon zu den größeren Orten in Grönland. Der erste Anblick aus dem Heli: Bunt gestrichene Häuser auf hohen Aufbauten umrunden pittoresk einen riesigen Fjord, sie wirken in die Landschaft gestreut wie bunte Würfel. Ich fühle mich an Skandinavien erinnert, und tatsächlich ist dies dänisches Hoheitsgebiet.

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15.03.2016
10:17h
Kusuluk, Grönland
5° 33′ 59″ N, 37° 10′ 59″ W
-3°C
 

Die erste echte Herausforderung: Das alles -und wir- muss in den Helikopter!
Milan am Airport Kulusuk
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Map
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Ankunft in Tasiilaq

Datum: 15.3.2016
Ortszeit: 16.20h
Koordinaten: 65° 36′ 42″ N, 37° 37′ 56″ W
Temperatur: -5°C
Einwohnerzahl: 2017

Tasiilaq bedeutet "der Ort mit einem See". Diesen Namen gaben die Einheimischen ihm aufgrund des majestätischen Fjordes, an dem der Ort liegt. Tasiilaq ist heute der zentrale Ankunftspunkt für europäische Besucher, die nach Grönland reisen.

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Ankunft in Kulusuk,
Umstieg in den Helikopter

Island ist mit 103.000km2 nach Großbritannien der zweitgrößte Inselstaat Europas und die größte Vulkaninsel der Erde. Als Entdecker der Insel gilt der Wikinger Gardar Svavarsson, der um 870 in Nordisland übernachtete. Am 17.6.1944 wurde die demokratische Union Island gegründet. Landessprache ist Isländisch, bezahlt wird in isländischen Kronen.

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Stopover in Island

Island ist mit 103.000km2 nach Großbritannien der zweitgrößte Inselstaat Europas und die größte Vulkaninsel der Erde. Als Entdecker der Insel gilt der Wikinger Gardar Svavarsson, der um 870 in Nordisland übernachtete. Am 17.6.1944 wurde die demokratische Union Island gegründet. Landessprache ist Isländisch, bezahlt wird in isländischen Kronen.

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Abflug nach Island

Datum: 14.3.2016
Ortszeit: 15.35h
Koordinaten: 64°08′07″ N, 21°53′43″ W
Temperatur: 3°C
Einwohnerzahl: 121.23

Von Hamburg nach Reykjavik fliegt man 3.35h. Reykjavik liegt nur 269km südlich des Polarkreises, das macht sie zur nördlichsten Hauptstadt der Welt. Die ersten Menschen siedelten hier 870 n. Chr., offiziell zur Stadt erhoben wurde Reykjavik aber erst 1786.

Von Hamburg, Deutschland nach Tasiilaq, Grönland

Entfernung: 3140 km
Reisezeit insgesamt:
6.30h Flugstunden in 3 Etappen

Grönland

64°10′N 51°44′W
Grönland - das "grüne" Land

Grönland - das "grüne" Land

Grönland ist mit einer Fläche von 2.166.086km2 und 2.800 km Länge die größte Insel der Erde.
Sie ist ca. 6 Mal so groß wie Deutschland, hat mit nur 55.984 Einwohnern aber die niedrigste Bevölkerungsdichte der Welt.
Politisch gehört Grönland zum Königreich Dänemark, regiert sich aber durch eine Selbstverwaltung unabhängig. Die Grönländer haben dänische Pässe und bezahlen in dänischen Kronen. Die Amtssprache ist Grönländisch.

Tasiilaq

65° 36′ 49″ N, 37° 37′ 52″ W
Die Geschichte Tasiilaqs

Die Geschichte Tasiilaqs

Die meisten Bewohner Tasiilaqs leben von der Fischerei oder der Jagd. Neuerdings sind einige auch im Verwaltungsbereich tätig. Der Ort wurde 1894 von einem dänischen Entdecker gegründet und Ammassalik getauft: Der Ort mit vielen kleinen Fischen. So wurde die Region von den Einheimischen weiter südlich genannt. Die Einwohner selbst nannten die Gegend aber weiterhin Tasiilaq, und so wurde das Dorf vor kurzem unbenannt.

Das Trinkwasser

Das Trinkwasser

Trinkwasser aus Schnee zu gewinnen ist in Grönland ganz normal. Im Supermarkt gibt es ausschließlich Softdrinks oder Alkohol zu kaufen, Trinkwasser kommt also entweder aus der Leitung, oder liegt vor der Haustür und wird geschmolzen.

Die Versorgungsschiffe

Die Versorgungsschiffe

Nur zwei bis dreimal im Jahr und während der Sommermonate wird Tasiilaq von Versorgungsschiffen angesteuert, die Proviant bringen. Das ist jedes Mal ein großes Ereignis. Einige Bewohner fahren den Schiffen auf Booten entgegen und heißen sie mit drei Kanonenschüssen willkommen. Bei der Entladung gilt: Obst und Gemüse zuerst, sie haben den größten Stellenwert. Danach folgen die Süßigkeiten.

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16.03.2016
09:03h
Tasiilaq, Grönland
65° 36′ 42″ N,37° 37′ 56″ W
-1°C

Die ersten Stunden nutzen wir um unsere Umgebung zu erkunden: Das kleine Hotel "Red House" wird von Robert Peroni geführt. Robert ist Südtiroler, lebt aber schon seit 30 Jahren in Grönland. Er ist ein großartiger, unterhaltsamer Gastgeber und eine Legende in Expeditions- und Bergsteiger-Kreisen. Außerdem gibt er sich die größte Mühe, seine Gäste wunderbar zu bewirten: Was immer der örtliche Supermarkt hergibt wird in frische und schmackhafte, italienisch angehauchte Gerichte umgesetzt. Besonderes Lob verdient das ausgedehnte Frühstücksbuffet mit alleine zehn (!) Sorten Salami!

Der Komfort schwankt zwischen moderat und spartanisch, je nachdem, in welchem Zimmer man landet. Schlimmstenfalls gibt es kein fließendes Wasser und auch nur sporadisch Strom. Ich habe mehr Glück als andere Teammitglieder, bei mir gibt es beides!

Unser erster Gang durch Tasiilaq offenbart: Eine Bar, einen Supermarkt, und sehr viele extrem gut schlittenfahrende Kinder. Letztere sind zutraulich und sichtlich erfreut über jede Abwechslung. Wir fahren mit ihnen Schlitten oder tragen Sie auf Schultern durch den Schnee. Zum Stadtbild gehören außerdem auffallend viele Container, die überall herumstehen. Nachfragen ergeben, dass diese innerhalb der drei Sommermonate alles liefern, was in den Wintermonaten gebraucht wird oder werden könnte: Von Lebensmitteln über Maschinen bis zu Baustoffen also quasi alles. Geht etwas kaputt bestellt man meist gleich alle Ersatzteile in verschiedenen Größen, damit eines sicher passt!

Mangel ist hier kein Ausnahmezustand sondern ein Teil des Alltags, mit dem die Menschen leben. Improvisieren, ausharren und aushalten sind gefragte Eigenschaften - nicht unbedingt klassisch deutsche Tugenden.

In den nächsten Tagen werden wir das noch zu spüren bekommen. Die Hunde-schlittentour kann aus organisatorischen Gründen erst einen Tag später starten als wir das geplant hatten. Der Heli ist kaputt, und eine andere Reisegruppe, die eigentlich wieder nachhause wollte, sitzt erst einmal fest. Das kann uns auch blühen. Hier ist alles möglich, die Natur ist der Chef. Ich bin gespannt!

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Ich frage mich, wie der Hügel im Sommer aussieht.Wunderschön grün, oder voller Müll, wenn der Schnee getaut ist?
Milan über Tasiilaq

#DieHundeschlittentour Fünf Stunden zwischen Schweiß, Fleiß und jeder Menge Eis

Heute wartet alles auf uns, wofür Grönland bekannt ist. Endlose Weite, endlose Eisflächen, endlose Schönheit. Zig Meter hohes Packeis. Sonne, 100 Facetten weiß, soviel Licht, dass es in den Augen wehtut. Und dann wieder, später am Tag: Schneesturm, grauer Himmel. Kälte.

Aber der Reihe nach. Der Morgen war gut, weil die Nacht gut war. Endlich ordentlich geschlafen, ohne das monotone Schnarchen das mich die vergangenen Nächte wachgehalten hat. Danke Freunde, ihr gebt mir Hoffnung!

Gerade haben die Hunde gefrühstückt, es gab frische Robbe. Erst für die Leithunde, dann für den Rest der Herde. Der Anblick dieser süßen Hunde, die sich nach dem großen Fressen die blutigen Lefzen lecken, ist rau und verstörend.

Besonders wenn man sonst nur Hunde kennt, die Dosenfutter aus dem Napf fressen. Von der Robbe jedenfalls bleibt nichts übrig. Bei uns Menschen geht es zahmer zu. Das Angebot des örtlichen Lädchens jedoch lässt mich demütig von deutschen Supermärkten träumen. Und wer weiß, wäre ich länger hier, würde ich für ein bisschen frisches Obst und Gemüse, duftendes Brot oder ähnliches womöglich auch gewalttätig werden. Was es hier immer und in großen Mengen gibt: Erdbeermarmelade, eine erfreuliche Konstante der Reise.

Gestärkt und aufgeregt machen wir uns ans Packen für die Tour. Drei Hunde- und einige Motorschlitten, die wir als Begleitfahrzeuge für das Gepäck dabei haben, sind mit von der Partie. Auf nach Tinit!

Die Wetterverhältnisse schienen uns traumhaft für grönländische Verhältnisse, aber für die Hunde wird es schwer, sagte unser Guide.

Es ist mit um die 0 Grad nämlich recht warm und der Schnee ist aufgeweicht vom gestrigen Regen.

Die Schlitten werden also einsinken, und es ist fraglich, ob die Hunde es alleine schaffen. Ein paar Stunden später kann ich Euch sagen: sie haben es nicht alleine geschafft. WAR DAS ANSTRENGEND! Mehr dazu gleich.

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17.03.2016
12:36h
Tiniteqilaaq, Grönland
65° 53′ 15″ N, 37° 46′ 28″ W
-3°C
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Die Schlittenhunde

Die Schlittenhunde

Die Hunde der Grönländer, die Huskies, sind echte Arbeitstiere und keine Haustiere.
Sie schlafen das ganze Jahr über draussen und ihr dicker Winterpelz lässt sie Temperaturen von bis zu -50°C problemlos ertragen.
Dank ihrer unbändigen Energie und ihrer großen Lauffreude sind sie trotz Motorschlitten weiterhin eines der Haupttransportmittel in Grönland. Ihr Training zum Schlittenhund beginnt bereits im Welpenalter. Zu Fressen bekommen Sie meist frisches Robbenfleisch.

Die Schlittenhunde

Die Schlitten

Die Hundeschlitten sind heute meist aus Holz gefertigt, einige Teile auch aus Kunststoff. Sie dienen in Grönland seit Hunderten von Jahren als Transportmittel für Menschen und Waren. Der Schlittenführer (Musher) steht auf den hinteren Kufen und lenkt den Schlitten zum einen durch Gewichtsverlagerung, zum anderen mittels spezieller Kommandos, die der Musher dem Leithund zuruft.

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Kurze Fotopause an einem grönländischen Fjord.
Milan auf Hundeschlittentour
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Fünf Stunden Fahrt nach Tinit liegen vor uns. Die ersten Kilometer sind einfach nur traumhaft. Die Sonne strahlt und glitzert auf der endlosen Schneefläche, der Schnee knirscht unter den Kufen und die Hunde laufen wie entfesselt.

Unglaublich, welche Kraft und Ausdauer die Huskies haben - immerhin ziehen unsere zehn Hunde den Schlitten samt unserem Schlittenführer, Kevin und mir!

Die "Ausbildung" der grönländischen Huskies ist übrigens alles andere als leicht: schon kleinere bzw. jüngere Hunde werden direkt am Schlitten eingelernt. Können sie nicht mehr, werden sie für eine Weile aus ihren Leinen gelöst und dürfen nebenher laufen, oder ein Stückchen auf dem Schlitten mitfahren. Im schlimmsten Fall werden sie zurück gelassen und müssen alleine nachhause finden.

Uns wird dieses Schicksal zum Glück nicht blühen. Aber eine körperliche Ahnung von den Anstrengungen, die die Hunde bewältigen, bekommen wir schon bald. Die Temperaturen bewegen sich weiterhin um den Gefrierpunkt, so dass nach einiger Zeit passiert, was unser Guide prophezeit hatte:

Die Hunde schaffen die Steigungen nicht mehr alleine. Wir müssen also alle abwechselnd runter von den Schlitten und mithelfen. Das heißt konkret, den Schlitten im Laufschritt durch den matschigen Schnee bergauf schieben, bergab mit ganzem Gewicht bremsen, damit die Hunde nicht überfahren werden.

Hättet Ihr mich vorher gefragt, für wie durchtrainiert ich mich halte, hätte ich mit einem breiten Grinsen gesagt: Passt schon. Hier stoße ich schon nach kurzer Zeit ganz klar an meine physischen Grenzen. UNGLAUBLICH wie anstrengend das ist! Ich bin schweißgebadet, im wahrsten Sinne des Wortes. Am liebsten würde ich während des Schiebens alles ausziehen, denn der Schweiß rinnt in Strömen an mir herunter. Sobald ich allerdings wieder still auf dem Schlitten sitze und mir der Fahrtwind ins Gesicht weht, bin ich sofort wieder dankbar für die wärmenden Schichten. Zumal wir beim Überqueren der großen Gletscherfläche am Pass plötzlich im tiefsten Nebel, Wind und Regen stecken. Im nu sind wir völlig durchnässt. Solche Wetterumschwünge von einer Minute auf die andere sind wir aus Deutschland gar nicht gewohnt.

Eben noch strahlender Sonnenschein, jetzt kompletter white out mit weniger als einem Meter Sicht. Man sieht die Hand vor Augen kaum!

Hunde und Guides wissen dennoch, wo es langgeht, und als wir endlich vom Pass herunter Richtung Tinit fahren, werden wir mit einem atemberaubenden Panorama über den Sermilik Fjord samt Eisbergen und Tinit belohnt.

So habe ich mir die Arktis vorgestellt, genau so! Und dennoch ist das Quatsch. Denn solange man nur Fotos gesehen und diese einzigartige Natur nicht selbst live gesehen, gespürt, geatmet und gehört hat, macht man sich keine Vorstellung, wie es wirklich ist. Das ist ungefähr so, wie wenn man nur ein Foto von einem köstlichen Essen sieht. Nett, aber: Man muss es UNBEDINGT selber schmecken. #MakeYourLifeUnforgettable

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Kann man sich eine schönere Aussicht vorstellen?
Milan, jetzt Huskiefan

#Kajaktour Mit dem Kajak durch die Eisberge

Bevor der nächste Tag beginnt lohnt es sich, noch ein paar Worte zum Abend zu verlieren, denn auch der war bemerkenswert.

Die Grönländer sind spontan und sehr gastfreundlich, wenn Not am Mann ist. Als wir nämlich erschöpft und glücklich, aber auch völlig durchnässt in Tinit ankamen, war das offizielle Touristen Haus voll. Was tun? Einheimische räumten ihre Häuser für uns!

So schliefen wir in Notunterkünften zu dritt oder viert pro Zimmer. Das Abendessen musste recht notdürftig aus unserem spärlichen Proviant bestritten werden. Tütensuppe als Pastasauce? Normalerweise sicher nicht die erste Wahl, aber der Hunger war größer. Immerhin, Abenteuer erlebt man hier nicht nur tagsüber.

Morgens gab es dann Tee aus Schnee. Das Konzept Mineralwasser ist hier generell völlig unbekannt. Wozu auch, wo es Wasser in allen Darreichungsformen immer und überall gibt? Und dann packen wir wieder. Es gilt, uns und all unsere Ausstattung in die Motorboote zu verstauen, die uns durch den Sermilik Fjord mitten hinein in die Eisberge bringen.

Auch wenn ich bisher schon nicht sparsam war mit Superlativen: Der Anblick dieser Eisberge in voller, unfassbarer Größe, toppt einfach alles!

Gleichzeitig muss man aber aus dem Staunen auch schnell wieder herauskommen und aufpassen, denn die Eisberge sind durchaus gefährlich - Titanic, wir erinnern uns. So fungieren selbst die Models als Bootsführer und wir navigieren so nah wie möglich mit den Motorbooten an die Eisberge heran. Näher darf man ihnen nur mit den Kajaks kommen. Deshalb steigen wir jetzt um.

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18.03.2016
15:23h
Sermilik Fjord
65° 41′ N, 37° 55′ W
-4°C
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Ich wünschte, ich hätte weniger gefroren. Dann hätte ich es noch mehr genießen können
Milan nach der Bootstour
Das Wasser

Das Wasser

In Grönland findet sich das zweitgrößte Eisvorkommen der Welt. Die Eisschicht des Landes ist bis zu 3.400 m dick. Das wird nur von der Antarktis mit bis zu ca. 4.700 m dicken Eisschichten übertroffen. Die Kolosse sind ständig in Bewegung und lassen so Eisberge von mehreren Kilometern entstehen. Würde das gesamte Inlandeis Grönlands schmelzen, so würde der Wasserstand weltweit auf einen Schlag um sechs bis sieben Meter steigen.

Die Eisberge

Die Eisberge

Als Eisberge bezeichnet man im Meer schwimmende, große Eismassen, die aus Süßwasser mit Lufteinschlüssen bestehen. Ungefähr 90 % eines Eisbergs befindet sich unter der Wasseroberfläche. Der Teil, der sichtbar über das Wasser herausragt und uns riesig erscheint, macht also tatsächlich nur einen Bruchteil der eigentlichen Größe aus. Eisberge entstehen durch abbrechende Stücke eines Gletschers oder Schelfeises.


Und dann ragt vor dir ein zig Meter hoher Eisberg auf: Leuchtend türkis und ohrenbetäubend laut in seinem Knacken und Knarren.
Milan, sprachlos
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Schon das Umsteigen in die Kajaks ist eine wackelige Angelegenheit. Angesichts des 3 Grad kalten Wassers konzentrieren sich alle extrem.

Was auch extrem ist: Der Geruch nach Robbe. Die Boote, die Luft, bald auch unsere Finger, gefühlt riecht hier alles nach Robbe! Und wir sehen sie auch, vor uns, hinter uns, immer wieder tauchen die kleinen Köpfe aus dem Wasser auf und hüpfen auf den Wellen auf und ab.

In den Kajaks sitzend paddeln wir jetzt ganz nah an die Eisberge heran. Das Licht bricht sich im Eis und alles leuchtet in magischem türkis. Ein absolut grandioser Anblick.

Und dann die Größe dieser Eisberge, wie sie majestätisch 60 bis 70 Meter hoch direkt vor uns aufragen, wie klein wir uns fühlen! Überrascht haben mich außerdem die unzähligen Risse im Eis, die blauen Adern, die sich hindurchziehen, über und unter dem Wasser. Einerseits will man so nah wie möglich ran, andererseits hat man großen Respekt, ja richtig Angst, dass sich ein Eisblock lösen und auf das Boot fallen könnte. Dazu kommt das ohrenbetäubend laute Knacken und Krachen des Eises. Da kann es einem schon ganz schön mulmig werden.

Starker Wellengang drückt uns immer näher an den Eisberg. Es ist unsagbar kalt. Eisige, nasse, feuchte Kälte, die insbesondere in die Hände kriecht. Schon nach kurzer Zeit spüre ich meine Finger fast gar nicht mehr.

Unser Glück und unser ruhender Pol am Pol ist Tobias, unser Guide. Er strahlt die Ruhe eines jahrzehntelangen Jägers aus, der diese raue Natur in und auswendig kennt. Er versichert uns glaubwürdig, dass er selbst nachts aus dem Eiswasser zurück an den Hafen finden würde. Wir sind also in den allerbesten Händen und bleiben so ruhig, wie man es als Zivilisationskind hier draußen sein kann.

Eins ist mir jetzt schon klar: Dieses Erlebnis toppt alles bisherige, und spätestens hier bricht das "werde-ich-noch-meinen-Enkeln-erzählen" Gefühl durch.

Zurück am Hafen intensiviert sich der Robbengeruch noch einmal - ich hätte es kaum für möglich gehalten. Hier liegen erschossene Robben im Eiswasser angebunden, die nach und nach verwertet werden. Für uns nur schwer zu ertragen, für die Einheimischen lebensnotwendig. Jedes Teil der Tiere wird geehrt, in dem es gebraucht und verwertet wird.

An diesem Abend bin ich wie erschlagen. Es dauert Stunden, bis ich meine Finger wieder komplett spüre. Der Kälteanzug hat gute Dienste geleistet, aber meine Handschuhe sind nach Stunden auf dem eiskalten Wasser immer noch nicht richtig trocken.

Dankenswerterweise hat Tobias eine Heizung, auf der unsere Kleidung trocknen kann. Für uns kaum zu glauben, aber hier in Grönland gilt das als absoluter Luxus! Einen, den wir heute Abend besonders genießen. Was für ein Tag. Doch bei allen Strapazen bin ich wahnsinnig glücklich, das erlebt zu haben.

#GletscherCamping Zelten im ewigen Eis

Unser heutiger Weg zurück nach Tasiilaq wird in zwei Etappen stattfinden und hält weitere Highlights bereit. Nach einem eher spartanischen Frühstück aus trockenem Brot, Gouda und - immer noch- Erdbeermarmelade, geht es ans Packen der Hundeschlitten. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis alles auf den Schlitten verstaut und festgezurrt ist.

Am späten Vormittag geht es dann endlich los. Wir sind so dankbar, dass es nicht mehr regnet! Alleine schon deshalb ist unsere Laune blendend. Während der ersten Kilometer auf den Hundeschlitten kommt sogar die Sonne heraus.

Check: Ist jeder eingecremt? Selbst bei Bewölkung MUSS man sich hier regelmäßig mit LSF 50 schützen, weil die UV-Strahlen ungefilterter als bei uns auf die Haut treffen. Dazu kommt der Schnee, der die Strahlen vielfach reflektiert.
Unser Ziel ist ein Gletscher auf einem Hochplateau, auf dem wir campen werden. Wir finden eine perfekte Stelle, und unser Teammitglied Lasse wird sofort zum Helden, indem er sich als absoluter Technikpro entpuppt. Er gibt die Zeltaufbau-Anweisungen - wir helfen. Das Zelt fasst bis zu 10 Mann, samt Zeltstangen und teilbarem Innenzelt ist der Aufbau durchaus zeitintensiv. Dann, irgendwann, steht unser Heim für die Nacht.

Wie eine leuchtend gelbe Sonne prangt unser Zelt auf dem Plateau, vor uns endlose Bergketten, weit unter uns Wasser. Jetzt haben wir uns unser Abendessen wirklich verdient!

Leider dauert es ewig, bis die Tütensuppe (kein Kommentar) endlich fertig ist, so wie alles hier unendlich lang dauert - außer Wetterumschwünge, die kommen von einer Minute auf die andere. Allein genug Schnee zu schmelzen, um den ganzen Topf voller Wasser zu kriegen ... Geduld, Milan, Geduld. Der Gaskocher steht im Zelt, draußen könnte man ihn aufgrund des Windes gar nicht betreiben. Wir mummeln uns schon beim Warten auf das Essen in die Schlafsäcke ein und beneiden einmal mehr die Huskies, die entspannt im Schnee liegen und denen die Kälte scheinbar nichts anhaben kann.

Unser Zeitplan orientiert sich an Sonnenaufgang und Untergang in diesem Teil der Arktis und der Tatsache, dass wir unsere Weiterfahrt in der Dunkelheit geplant haben: Wir wollen die Huskies mit LED-Leuchtbändern laufen sehen!

Im März wird es hier gegen 22 Uhr dunkel und gegen 3 Uhr nachts langsam wieder hell, uns erwartet also eine kurze Nacht. Weit vor Sonnenuntergang legen wir uns zum Schlafen hin. Jeder von uns trägt dazu etliche Schichten Kleidung und kuschelt sich im Schlafsack außerdem an Handys, Akkus, Wasserflaschen und einfach alles, was nachher beim Aufstehen nicht entladen oder gefroren sein soll und darf. Eine klamme Feuchtigkeit bestimmt das Raumklima. Na dann, gute Nacht!

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19.03.2016
17:12h
Tasiilaq, Grönland
65° 36′ 42″ N,37° 37′ 56″ W
-5°C

Ein heißes Getränk nach einem langen Tag im ewigen Weiß.
Das nenn ich Luxus.
Milan, mal wieder durchgefroren
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Der Wecker klingelt mitten in der Nacht. Nicht jeder hatte einen erholsamen Schlaf und auch das Schnarchen ist weiterhin ein Thema. Aber da keiner intensive Erholung erwartet hatte, ist die Stimmung zwar verschlafen, aber bestens.

Das Zelt wird abgebaut, das Gepäck wieder auf den Schlitten verstaut - mittlerweile sitzen die Handgriffe und wir sind fast ein eingespieltes Team. Zum Schluss werden die Huskies mit LED Halsbändern ausgerüstet und so kann es losgehen.

Was für ein Anblick: Die tapferen Hunde laufen und laufen und leuchten in grün und rot vor uns, während wir in den Sonnenaufgang hineinfahren. Auch wenn meine Superlative längst aufgebraucht sind: Diese Schlittenfahrt beschert uns wieder unzählige einmalige Ansichten!

Zurück in Tasiilaq folgt zunächst eine Ernüchterung. Wir erfahren, dass der Helikopter, der schon seit Tagen kaputt ist, immer noch nicht repariert werden konnte. Da dies der einzige Helikopter an der Ostküste ist, konnten die Ersatzteile aus Kusuluk bisher nicht nach Tasiilaq gebracht werden, womit auch!

Die einzige Alternative nach Kusuluk zu kommen, wäre mit einem Boot übers offene Meer zu fahren. Diese Möglichkeit besteht aber nur in der Theorie, denn eine solche Fahrt birgt in dieser Jahreszeit echte Lebensgefahr. Was für uns heißt: Die Abreise verzögert sich auf unbestimmte Zeit.

Ostern zurück in Deutschland? Schaun wir mal, sieht im Moment nicht so aus. Immerhin sind wir wieder zurück im Red House, und Robert gibt sein bestes, uns den unverhofft längeren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Wir packen zum wiederholten Male die Kniffelwürfel aus und besuchen die örtliche Sauna. Ich kann mich kaum erinnern, dass ich die Wärme einer Sauna je so genossen habe!

Drei Tage später ist es dann endlich soweit, der Helikopter ist repariert und wir treten die Heimreise an. Was bleibt? Das Abenteuer meines Lebens. Jeder von uns nimmt die gleichen, unvergesslichen Eindrücke mit nach Hause, auch wenn die persönlichen Highlights sich unterscheiden.

Meine Favoriten waren definitiv die Hundeschlittentour und die Kajakfahrt, auch wenn ich beides Mal an meine Grenzen gestoßen bin. Außerdem bin ich voller Bewunderung für die Menschen, die mit Fröhlichkeit und Gelassenheit an diesem extremen Ort der Erde Tag für Tag ihr Leben meistern. DANKE für alles!

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