Am schönsten Ende der Welt

29.05.2015

Am schönsten Ende der Welt

Obwohl Patagonien mittlerweile reisefreundlicher ist und zunehmend zum Mainstream wird, macht die Region ihrem Ruf als schwer erreichbares Ziel noch immer alle Ehre. So mussten wir eine Nacht in El Calafate (Argentinien) verbringen, während wir auf den nächsten Bus zu unserem Ausgangspunkt, dem Torres del Paine Park in Chile, warteten. Nach mehr als 48 Stunden unterwegs entwickelten wir einen besonderen Respekt für die ersten Kletterer, die vor 50 bis 60 Jahren hierher gekommen waren.

Nach dieser anstrengenden Anreise fühlte es sich irreal an, endlich die Grenze nach Chile überquert zu haben und den Torres del Paine Park zu betreten. Meine Freundin und ich rasten sofort wie die Verrückten los und überholten eine Gruppe nach der anderen. Der Anfang war noch unbeschwert; vorbei an eisblauen Seen und zerklüfteten Gletschern. Obwohl wir an fast jedem Fels zum Fotografieren anhielten, erreichten wir das erste Camp bereits nach dreieinhalb Stunden. Auch die 15 bis 20 kg auf dem Rücken konnten uns nicht aufhalten. Wir entschieden uns weiterzulaufen und die nächste Tagesetappe auch noch anzugehen. Vielleicht rückblickend eine dumme Entscheidung, aber bereut habe ich sie nicht. Unsere Füße waren wund und voller Blasen, weil sie sich nicht erst langsam an die Belastung gewöhnen konnten. Die felsige Landschaft mit den schneebedeckten Bergspitzen war so atemberaubend, dass wir jeden Tag immer mehr davon sehen wollten. Die müden Glieder ignorierten wir einfach.

Tour in Rekordzeit

Am sechsten Morgen hatten wir die gesamte Tour mit all ihren Nebenstrecken bezwungen: eine Wanderroute, die normalerweise mindestens acht bis zwölf volle Tage in Anspruch nimmt. Wenn wir im Fitz Roy Massiv so schnell weitermachen würden, müssten wir uns für die übrige Zeit noch eine neue Beschäftigung überlegen. Doch die Reise nach El Chaltén im Süden von Argentinien (nahe der chilenischen Grenze) lief komplett ruhig. Bereits einige Kilometer vor El Chaltén eröffnete sich uns die eindrucksvolle Bergkette des Fitz Roy Massivs, während unser Bus darauf zurollte. Eintritt und Camping in den Nationalpark waren kostenlos. Es gab für uns unendlich viele Möglichkeiten, das Bergmassiv zu erkunden. Von dem kleinen Dorf El Chaltén aus war es nur etwa eine Stunde Fußmarsch bis in die Einsamkeit der Wildnis.

Extremes Wetter

Wir verbrachten fünf Tage im Fitz Roy Park und erkundeten die großartigen Bouldermöglichkeiten. Diese sind in Patagonien an jeder Ecke zu finden, man sollte also seine Kletterschuhe immer dabei haben. Auch auf die extremen Wettersituationen in Patagonien sollte man vorbereitet sein: Wenn die Sonne herauskommt, verpasst sie einem in wenigen Minuten einen Sonnenbrand. Der Wind variiert von einem leichten Lüftchen bis hin zur echten Windkanal-Erfahrung. Manchmal mussten wir uns beim Bergabgehen stark nach vorne lehnen, um überhaupt vorwärts zu kommen. Trotzdem kann jeder, der in der Lage ist einen Rucksack zu tragen, diesen wunderbaren Ort erkunden. Es gibt viele leichte Wanderungen für einen oder mehrere Tage. Und jede Menge hilfsbereite Menschen, die einem gern ihre Lieblingsecken in El Chaltén, den Del Paine Bergen und am Fitz Roy zeigen.

Alex Munteanu

Alex Munteanu

„Ich komme voran, und das ist das Wichtigste für mich.“

Alex aus Rumänien wuchs in Schweden auf und arbeitet als Arzt. Er liebt die körperliche Herausforderung, die Schönheit der Natur und die Friedlichkeit der Berge. Am liebsten reist er dorthin, wo er unter freiem Himmel schlafen kann.

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